NOVEMBER RAIN

Nothing lasts forever and we both know hearts can change and it’s hard to hold a candle in the cold november rain.

Meinen ersten Liebeskummer hatte ich in einem November, und das ist nun so ziemlich genau elf Jahre her. Die zum Liebeskummer dazugehörige Frau ist mir mittlerweile völlig egal, aber das Gefühl, das harte Gefühl des Liebeskummers im November, das war schon was.

Das hat weh getan. Diese schreckliche Angst: Scheiße! Geht das nie weg?

Hört das denn nie auf? Man leidet wirklich wie ein Schwein, diese Hilflosigkeit, dieses Gefühl im Magen, diese Panik, dass es nie wieder besser wird, dass dich nie wieder jemand lieben wird. Dass du selbst nie wieder lieben kannst, weil sie oder er, und zwar nur sie oder er, der oder die Richtige ist, und deswegen kannst du nie wieder ein glückliches Leben haben, weil sie oder er dich nicht mehr liebt.

Und nie versteht dich jemand, nie hat dich jemand verstanden, besonders nicht diese Klugscheißer ab 40, mit ihren Floskeln, dass andere Mütter auch… Ihr wisst schon. Und dass, ganz schlimm, die erste große Liebe nie halten kann, weil es nun mal so ist, mit der ersten großen Liebe.

Everybody needs somebody. You’re not the only one.

Dieser Schmerz, dieser Erste-Liebeskummer-Schmerz, ist und war sehr wichtig. Er gibt die ersten wichtigen Takte an, wie dein restliches Leben verlaufen wird, verlaufen könnte. Je härter es gekracht hat, mit Betrügen, Belügen und „eine(r) wollte, eine(r) nicht mehr“, desto besser wird dein Leben, versprochen! Es ist wichtig, so eine Phase einmal komplett zu durchleben.

Du leidest also gerade unter erstem Trennungsschmerz. Du bist 20 und dein(e) Partner(in) hat dich, wie „angedroht“, verlassen, weil du nicht auf ihn oder sie gehört hast, nicht weit weg studieren zu gehen, was du aber wirklich willst. Hab kein schlechtes Gewissen und hau bloß ab!

Wer eine „wenn du nicht so und so machst, dann geh ich“ Kondition stellt, hat nichts verstanden, wird nie etwas verstehen. Du hast alles richtig gemacht. Halte durch!

Hätte ich auf meine Ex gehört, und wäre geblieben, oder zurückgegangen, weil das kleine, ständige Leiden scheinbar immer noch erträglicher ist, als der große Bruch, der große Schmerz, wäre ich nie nach München gezogen und danach nach Berlin. Ich hätte wahrscheinlich nie angefangen mit Spielen und Schreiben, was vielleicht einige unter euch ganz gut fänden, aber es geht hier nicht um ein paar Einige unter euch.

Ja, ich würde womöglich noch heute mit dieser Frau, mit der ich eigentlich nicht mehr sein möchte, mit einem Kind, was ich eigentlich nie wollte, auf einem billigen Design Sofa, über Groupon gekauft, sitzen und zu Mario Barth lachen. Und montags würde ich natürlich meckern, dass schon wieder Montag ist, und meine zehn Arbeitskollegen würden es auf Facebook liken, weil sie Montage natürlich auch nicht mögen und das alles, weil wir früher einmal Angst hatten, alleine zu sein.

Don’t you know you need some time… all alone.

Kursiv-Zitate: Guns N’ Roses