DIE AUSLÄNDER SIND SCHULD

Erst die schlechte Nachricht: Déi Konspirativ haben sich noch nicht selbst abgeschafft. Die gute Nachricht: Joey Luxi und seine Patrioten sind immer noch herzzereißend peinlich, also: lustig. Stolz erklärt Luxi, dass seine Wenigkeit (wortwörtlich) und Mario O-May, ein fünfzigjähriger Handelsvertreter, die Spitzenkandidatur für die Nationalwahlen 2018 in Luxemburg übernehmen und dass, würden sie gewählt werden, was sie nicht werden, sich ein Integrationsjahr für alle diese Migranten wünschen.

Also die kleinen Migranten. In einem extra von ein paar Faschisten ausgetüftelten Integrationsjahr sollen die kleinen ausländischen Windelkacker lernen, wie schön unsere Nationalhymne klingt und wie schön es ist, sie auch ausländisch zu beherrschen. Erst nach diesem Integrationsjahr soll den Ausländerkindern Zutritt zur echten Grundschule gewährt werden. 

Sowas bezeichnen Déi Konspirativ als pädagogisch relevant. Es soll den Zweck erfüllen, dass wir Luxemburger in Luxemburg endlich wieder luxemburgisch sein dürfen und können. Mehr Luxemburg bitte und weniger Europa. Ein Europa vereint im gegenseitigen Hass, den die endlich souveräner gewordenen Nationalstaaten untereinander, gezeichnet durch klare Grenzen, pflegen sollen. Was zählt, ist unsere kleine Insel. Alle anderen sind böse und wollen unsere Frauen vergewaltigen, unsere Freizügigkeit verbieten, unser Geld klauen und unseren Alkohol abschaffen.

Mit ernster Miene, samt wackeligem Bilderrahmen, präsentiert Luxi den ebenso wackeligen Wahlslogan Méi Demokratie a Fräiheet fir Lëtzebuerg (Mehr Demokratie und Freiheit für Luxemburg). Ja sicher, mehr Demokratie ist immer möglich, insbesondere dann, wenn diese hirnfaulen Schwachmaten sich von allen politischen Geschehnissen fernhalten. Aber wenn Schwachmaten wie diese, öffentlich, ihre dämlichen Ansichten in die Umlaufbahn spülen dürfen, kann es um die Freiheit in unserem Großherzogtum gar nicht einmal so schlecht stehen.

Doch zurück zum Slogan, welcher, getüncht in die Nationalfarben, in gewohnter Windows-95-Optik, die Schrift kaum lesbar, nur einmal mehr unterstreicht wofür diese Partei steht: Nichts. Oder etwas freundlicher ausgedrückt: Fünf Schritte zurück, nicht einmal einen Ameisensprung nach vorne. 

Das Publikum, bestehend aus dem Dunstkreis der eigenen Famile, filmt den ganzen inhaltslosen Mist und nickt verschwörerisch zu jeder einzelnen verdammten gesprochenen Silbe ihres blondschopfigen Reaktionärs mit.

Dieser Wurstverein ist keiner um den man sich Sorgen machen muss. Die angestrebten zwei Prozent entstammen lediglich einer größenwahnsinnigen Wunschvorstellung eines Narzissten, der als Schulkind eventuell von ein paar Portugiesenkindern gemobbt wurde. Seitdem hasst er Moslems und findet Russland ganz cool, weil Russlands Boss so gerne halbnackt auf Pferden reitet. Wie das alles zusammenpassen soll, weiß er auch nicht. 

Nur eins steht fest: Die Ausländer sind auf jeden Fall Schuld. 

Zuerst in leicht veränderter Variante veröffentlicht im Feierkrop, 6. Juli 2018