TITEL HIER EINGEBEN GLEICH NACH DER PARTY

Du. Wenn die Party vorbei ist, singt Provinz, dann bin ich wieder alleine. Da hat sie recht, sie, der Zustand, die Band. Ich wollte nie, dass sie aufhört. Wenn Momente enden, klatschen Leute immer um die Wette. Und selten folgen Gewinner. Die Lichter werden zu Black, die Gespräche zu geschwätzigem Schnee, die Welt, na ja, die Welt. Ich könnte, ich schwöre, wenn ich müsste, ich würde die Party nie verlassen. Von oben kämen Neugeborene und Konfetti und im Raum, mein lautes Geschrei: ICH HABE EUCH GEWARNT. VOR SECHS JAHREN. WISST IHR NOCH? ICH HABE EUCH GEWARNT, IHR DÜRFT MIR NICHT DIE UNSCHULD NEHMEN.

Die Feuilletons waren sich schnell eins. Jung. Gutaussehend. Keine Ahnung von aktuellen Strömungen und ARTE war auch nicht mehr, als die kleine dumme Ausrede, um Frauen abzuschleppen. Sie haben es von Anfang an gewusst. Hier steckt zu viel Wahrheit drin, hier wird noch der Mensch kritisiert, aber keine Ahnung von Menschlichkeit. Und kein Roboter dieser Erde wird es mit mir aufnehmen können.

Nun. Du. Die Party ist vorbei. Steuern sind bezahlt. Geschätzt wird höchstens noch mein Alter.

Was? Das hätte ich jetzt aber nicht gedacht. 28, höchstens, krass. Ist ein Kompliment, nein, wirklich, gute Gene.

Ja, mein Vater ist bereits tot.

Oh, das … tut mir leid …

Mir auch.

Gut, ich muss dann mal, da hinten ist noch jemand …

Kein Problem du, ich bin nur hier so, lasse meine Gedanken, so für mich kreisen und hoffe, dass niemand mehr vorbei schaut.

Die Frauen sind alle alt. Die Männer nie jung gewesen. Und ich höre mich immer noch lautstark warnen, wohl wissend, dass meine Unschuld euch scheißegal ist. Aber ich höre mich immer noch schreien. Die Warnung. Die Unschuld. Und unauffällig mischt sich eine erste markante Falte unter die Haut in meinem Gesicht.

Bist du Krebs?, nur eine Frage.

Noch nicht, eine Antwort.

Noch einen?, die Stimme gegenüber von mir, auf der anderen Seite des Tresens.

Wie langweilig, wenn alle Geschichten in Gaststätten entstehen. Nur hoffen, dass sie dort auch enden. Prost und tot. Für Literaturpreise wird es sicherlich nicht reichen, aber für ein Leben. Nach der Party.