Autor: Luc Spada

Luc Spada schreibt Theaterstücke und Bücher. Als Schauspieler ist er in Haupt - und Nebenrollen in verschiedenen internationalen Film – und Kurzfilmproduktionen zu sehen. Auch tourt der luxemburgische Künstler mit unterschiedlichen Performances und literarischen Soloshows durch den gesamten deutschsprachigen Raum. 2010 wurde Luc Spada mit dem Künstlerstipendium der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Berlin ausgezeichnet.
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MAKE KOLER KOOLER / 20 FILTERFREIE BILDER

Mach Liebe! Keinen Krieg. Du weißt schon. Trink nicht aus Plastik-Strohhalmen. Denk an die Umwelt. Hab keine Angst vor Menschen mit Migrationshintergrund. Sie sind Menschen. Geb viele Komplimente: Du bist schön. Du bist genial. Du bist wundervoll. Mach sie jeden Tag. Mach es jeden Tag. Sei freundlich zu Kühen und Kindern. Sie sind wie sie sind. Kinder darfst du nicht essen, das ist verboten. Kühe darfst du essen, das ist deine Entscheidung. Du hast keine Klamotten mehr, die dir gefallen? Dann zieh halt keine an. Wie fühlst du dich jetzt? Immer noch nicht gut? Dann zieh halt nach Koler, denn Koler ist jetzt kool.

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DIE AUSLÄNDER SIND SCHULD

Sowas bezeichnen Déi Konspirativ als pädagogisch relevant. Es soll den Zweck erfüllen, dass wir Luxemburger in Luxemburg endlich wieder luxemburgisch sein dürfen und können. Mehr Luxemburg bitte und weniger Europa. Ein Europa vereint im gegenseitigen Hass, den die endlich souveräner gewordenen Nationalstaaten untereinander, gezeichnet durch klare Grenzen, pflegen sollen. Was zählt, ist unsere kleine Insel. Alle anderen sind böse und wollen unsere Frauen vergewaltigen, unsere Freizügigkeit verbieten, unser Geld klauen und unseren Alkohol abschaffen.

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KULTURÄÄÄHENTWICKLUNGSPLAN

Und jetzt? Ja, wie soll man sagen? Abwarten. Schauen. Gucken. Mal sehen. Es ist auch nicht einfach. Das weiß auch ein Premier, der die wenigen TeilnehmerInnen zu besänftigen wusste, da er sich nur zu gut in die Lage seiner KünstlerInnen hineinzuversetzen verstand. Er erzählte von seiner Zeit als junger aufstrebender Anwalt, die Zeit vor seiner Zeit als großer Bürgermeister, Premierminister, Kulturminister und Medienminister, als er sich knapp über der von KünstlerInnen so befürchteten Armutsgrenze durchboxen musste. Soviel Verständnis und Taktgefühl vom aktuellen KULTURMINISTER hatte nun wirklich keiner erwartet. Ein paar Tränen flossen. Rührend.

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HANDY IN DIE LUFT

Heute ist der große Tag, Du Affe, ey, Du stehst vor dem Spiegel, schmeißt Konfetti in die Luft, „boomerangst“ Dein Selbstbild für die kommenden 24 Stunden: Deine Story ist on. Deine Story ist live, ja, noch ein bisschen Glitzer, Glitzer, aber zu fressen gibt’s heute keine Pizza, denn Du willst nicht fett werden, Du bist auch keine 20 mehr und eigentlich weißt Du auch immer noch nicht, wer sie ist, diese Katja Ebstein. Ganz egal, Hauptsache Remmi Demmi. Und auf einmal kommt da soooooo ’ne Musik.

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PROVINZ 2022

Für viele unter den politisch Verantwortlichen scheint es in keinem Widerspruch zu stehen sich öffentlich gegen Zensur und Machtspielchen auszusprechen, indem sie die Regierungshaltung der Türkei oder von Ungarn kritisieren, doch gleichzeitig aktiv in ein so künstlerisch wertvolles Projekt, wie das von Esch2022 eingreifen. Das Vorgehen hinter den Kulissen von Esch2022 ist symptomatisch für das, was wir schon in naher Zukunft in ganz Europa zu befürchten haben: Eine Diktatur von oben. Die Aufhebung der Privatsphäre. Die Abschaffung der (künstlerischen) Freiheit. Die Dummheit und Willkür der verantwortlosen Verantwortlichen. Und der Premier? Schweigen. Schade.

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SWEET BABY

Links die ganzen Food Trucks mit tätowierten Veggie-Zeug-GrillmeisterInnen, die früher mal KünstlerInnen werden wollten, aber dann wurden sie VegetarierInnen, flogen weit fort und kamen zurück als Veggie-Zeug-GrillmeisterInnen und sind wahnsinnig entspannt, währenddessen sie Linsendinger braten. Rechts die Urban-Design-Stände mit innovativen Upcycling-Ideen, „gestartuped“ von sehr bemüht gut aussehenden Menschen in ihren Endzwanzigern, welche zu intellektuell angehauchten Bass-Tönen über ihre ambitionierten Kreativ-Projekte schwadronieren.

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AUA!

Was soll die Botschaft sein? Dass das Leben nicht immer schön ist? Es ein Leben voller Blut und Ungerechtigkeit ist? Oder geht man mittlerweile davon aus, dass der oder die ZuschauerIn überhaupt nichts mehr fühlt, wenn Gewaltsituationen nicht so heftig wie eben nur möglich gezeigt werden? Frei nach dem Motto: Die Tagesschau und das alltägliche Leben sind als solche bereits so hart und blutrünstig, dass die Fiktion im Namen der Unterhaltungsbranche noch eins draufpacken muss.

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FINALE IN LÜBECK / 20 FILTERFREIE BILDER

In Zukunft will ich mich zunehmend auf das geschriebene Wort konzentrieren. Natürlich nicht ohne die dazugehörigen Lesungen. Selbstverständlich werde ich die Bühne nicht komplett aufgeben. Ich brauche einfach nur mehr als fünf Minuten und Zuschauer, die mehr als nur einen witzigen Abend erleben möchten. Das klingt arroganter und gemeiner, als es tatsächlich gemeint ist. Ich sage das jetzt mal so. Schließlich sind wir hier unter uns.

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MEGA SUPER STIMMUNG

Genießet einfach den Tag. Das Leben ist zu kurz, um sich Gedanken über eine bessere Welt zu machen, besonders dann, wenn man das große Glück hat, in die Hälfte der Welt reingeboren worden zu sein, Teil der Menschheit zu werden, die auch mit einer ignoranten Haltung und mit wenig Fantasie und Intelligenz ganz gut über die Runden kommt. Das ist doch wirklich grandios. Alles andere nur unnötiger Selbsthass.