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GERADE NOCH UND JETZT SCHON WIEDER

„Es sind die kleinen Dinge im Leben“, denke ich, aber niemals würde ich einen derartig abgedroschenen Spruch irgendwo aufschreiben oder laut sagen, um eine gewisse Melancholie und Schwere, die man als Schriftsteller doch aufrechterhalten versuchen muss, um vom Feuilleton ernst genommen zu werden, zu bewahren. Ruf ist schließlich alles. Da darf man sich nicht so primitiven Freuden (die kleinen Dinge), ausgelöst durchs Wetter, hingeben. Naja.

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OUTTAKES III: KLEINES LAND

Hier, meine veröffentlichten Ideen, ein paar Worte, ein bisschen ich, ein bisschen du, ein bisschen Sex, ein bisschen Angst und natürlich, der Tod. Der Tod lebt. Die 150 Euro im Jahr, die gesponserten Posts, die Kritik-Wichser, die den Frust über ihre eigene Fantasielosigkeit auf mich projizieren, mein Selbstmitleid, mein Übermut, das alles kostet fucking Zeit, die ich nicht habe, mir aber dennoch nehme und das ist auch der Grund, Schatz, warum ich letzte Woche leider keine Zeit hatte. Nächste Woche wird alles besser. Noch vor dem nächsten grauen Haar, werden wir uns sehen und einen Kaffee trinken, vielleicht gut essen gehen, ein Selbstbild erzeugen, dann noch einen Absacker trinken und zwei Kippen schnorren. Sorge dich nicht: Einmal Newcomer, immer Newcomer.

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WORTE

Das erinnert mich an meine Feten-Zeit in Luxemburg, wo ich mich gewundert habe, dass diese schmierigen jungen Männer immer die heißesten jungen Frauen abbekommen haben. Und das jede Woche, immer eine andere, klar. Da war ich ziemlich neidisch, denn ich bekam nicht einmal eine ab, ich wollte doch einfach nur eine Freundin bis in alle Ewigkeit. Und die bekamen, egal wie dumm und respektlos sie sich benahmen, bis in alle Ewigkeit, wöchentlich, eine gut aussehende Frau ab.

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UND DU DIE LETZTEN JAHRE? / 20 FILTERFREIE BILDER

Ja, was waren sie denn? Und wo? Und wann? Die ganz besonders wunderschönen, in Erinnerung bleibenden, Momente. Die, wo „du”, ich also, danach so dachtest: Wow. Oder: Geil. Oder: Ok, nie wieder. Oder: Nächstes mal mit weniger „naja”, dafür mehr „aha”. Nun mache ich „das”, also das, was „die” Kunst nennen, seit gut zehn Jahren. Und „er”, also immer noch ich, wird demnächst 33 Jahre alt und einen neuen Kurs einschlagen, was „das” angeht. Wie das gehen soll, kann ich an dieser Stelle nicht verraten. Ein Geheimnis auf Zeit sozusagen. Aber soviel sei verraten: Ja, es wird immer ein wenig weh tun und zwar nicht nur mir.

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2020

„Was für Arschlöcher aus Kindern werden können.“, denke ich, währenddessen unsere Blicke sich treffen. Ich kann wirklich nur ganz schlecht verheimlichen (H. versucht es nicht einmal), wenn ich jemanden oder etwas nicht mag. Wir mochten uns noch nie. Also los: Ich lege den Filter „Verachtung“ über meinen Blick, meiner Meinung nach noch subtil genug, um keine Schlägerei zu provozieren, aber subtil kann ich eigentlich auch nur sehr mittelmäßig bis ganz schlecht, behauptet zumindest ein großer Schauspieler aus Luxemburg, der auch in Berlin lebt. Ich fürchte, dass er Recht hat. Unser Blickkontakt reißt ab und ich kann endlich behaupten, keine Angst mehr vor dem Tod zu haben.

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MEHR MUSS ES GAR NICHT SEIN

Fest steht: Nach einem ungerechtfertigten Schlag auf die Nase muss sich entschuldigt werden. Ein Schlag auf die Nase, das weiß sie auch, ist nie gerechtfertigt. Unsere Gesellschaft hat sich nämlich darauf geeinigt, dass Gewalt schlecht ist. Mit der Folge, dass, wenn eine Person doch Gewalt auf andere ausübt, sie die Verantwortung übernehmen muss. Heute ist sie mal wieder die Verantwortliche.

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ABER SO RICHTIG

Die Küche hat mittlerweile geöffnet, und somit ist es ab sofort möglich, sogar zwei Minuten vor 11.00, also offizieller Kücheneröffnung, einen Espresso für 1,90 Euro zu bekommen. Würde ich es „denen“ so richtig zeigen wollen, Runde zwei, würde ich nun keinen kleinen Schwarzen kaufen, da sie mich noch vor drei Minuten abgewiesen haben, aber meine Sucht ist stärker, bestelle, kaufe, nippe, schon wieder schrecklich, trotz Porzellan-Tasse und richtiger Küche und lass die halb ausgetrunkene Tasse auf dem Tisch stehen, obwohl eigentlich erwartet wird, dass man sie dort hinbringt, wo „Geschirrablage“ ausgeschildert ist. Aber das ist die einzige Möglichkeit, es „denen“ nochmal so richtig zu zeigen. Nächste Runde.

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OUTTAKES II: SVENJA

Es war ein unglücklicher Versprecher. Es war nicht witzig. Es hätte nicht sein müssen, aber es war. Und es bleibt als Warnung in der Gestalt eines bösartigen Katers. Zugegeben: Ich habe sie beleidigt, das war nicht nötig, aber auch nicht meine Absicht. Zu meiner Verteidigung muss ich dazu sagen, dass Svenja, die dicke und auch beste Freundin der Kellnerin Jo dreimal höflich, so höflich, wie es mir in meinem gestrigen Zustand nur möglich war, gebeten wurde, von meiner Person Abstand zu nehmen. Da sie das nicht tat, war sie demnach aktiv an ihrer eigenen Beleidigung beteiligt.