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AKTION REAKTIONÄR

Vier Jahre danach. Ein weiterer wütender Mensch, der unter stolzen Luxemburgern (Anführungszeichen!) sehr bekannt ist, hat mir mit einer Klage (allgemeine Beleidung) gedroht, ja, behauptet, er hätte die Klage bereits eingereicht. Das war vor zehn Tagen, kurz nachdem mein Beitrag LËTZEBUERGESCH IST TOT in den sozialen Medien steil ging und gut 20.000 Mal geklickt wurde. Davor erschien der Artikel bereits in gedruckter Form im Feierkrop. Thema war einmal mehr die Sprache und wie sie von Rassisten instrumentalisiert wurde und wird.

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TITTENFEST

Clickbaiting auf ganz neuer Ebene: Clicktitting. Klick Titte, um mehr Titten zu sehen. Klick jetzt. Was für ein Kick!

Die Stimmung in Kayl war vorzüglich, war grandios. Lehrerinnen und andere weibliche Individuen aus dem durchschnittlichen Festangestellten-Milieu waren mit fettem Décolleté auf Männersuche, um ihr Leben endgültig fett zu machen.

Tja Frau. Eine erfüllte Titte macht noch lange kein erfülltes Leben. Für ein erfülltes Leben einer Frau braucht es immer noch die Bestätigung eines richtigen Mannes. Und um die Männchen auf sich aufmerksam zu machen, das weiß doch jeder RTL-Fan, braucht es Titten und viel Alkohol, damit die Titten sich auch frei machen. Titten Titten Titten. Mehr Titten. Wir wollen Titten. Titten. Titten. Titten. Copy. Paste. Titten. Titten. Titten.

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WÄHLT MICH

Ich könnte, wenn ich das richtig verstanden habe, nur in Luxemburg Politik „machen“, da ich ja Luxemburger bin. Ich wäre dann einer dieser Künstler oder Sportler oder „Personen“, die irgendwann in die Politik gingen. Solchen wirft man gerne vor, dass sie nicht über die nötige Kompetenz für so einen verhassten, aber sehr wichtigen Beruf verfügen. Seitdem Trump aber Präsident ist, kann dieses Argument nicht mehr wirklich gelten. Oder aber es gilt das alte Prinzip: Wer nichts wird, wird Wirt. Oder eben Politiker. Höhö.

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LËTZEBUERGESCH IST TOT

Die Idioten, die den ganzen Tag über nur jammern, dass nicht genug auf lëtzebuergesch gemacht, geredet, gegessen und geguckt wird, sind doch genau die Idioten, die noch nie ein Buch von Nico Helminger oder Pol Greisch gelesen haben, da ihnen die Sprache noch egaler ist, als der Franzose, der in Luxemburg arbeitet, aber nach Ladenschluss eben keine Zeit hat Sprachkurse zu besuchen, weil er nach Hause fahren muss.

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FEDERWEISS

Ich nickte unbeeindruckt und machte klar, dass ich uns Getränke besorge. Bei letzterem ist in der Regel immer auf mich Verlass. Schon ratterte es, beim Gang von etwa fünf Metern bis zur Bar, in meinem Kopf: Federweißer, krass, Federweißer, sie nimmt einen Federweißen. Also das, was die Alten im Dorf tranken. Im Dorf, wo du aufgewachsen bist, Spada. Soll ich auch so einen trinken? Oh mein Gott. Einen Federweißer und kein Gin Tonic? Darf ich in Zeiten, wo die Grenze zwischen Faschismus und Traditionalismus so dünn verläuft, auf ein solch arg antikes Getränk switchen?

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LOCKER RUF / IN ENTWICKLUNG

LOCKER RUF ist der Versuch Wort und Tanz zu einer Einheit verschmelzen zu lassen. Ein Recherche-Projekt zusammen mit der Tänzerin und Choreografin Annick Schadeck. LOCKER RUF ist der Moment im Warteraum. Eine Geduldsprobe. Eine stetige Flucht. Die Entscheidung zu entscheiden nicht selbst zu entscheiden. Ein Zusammenkommen. Eine Trennung. Eine Suche. Ein Widerspruch in Wiederholungsschleife.

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DER GENUSS MUSS WEG

Unheimlich. Was ist denn bitte wichtiger, als sich Zeit für ein gutes Essen zu nehmen? Bestenfalls in Gesellschaft. Ah, ich kann ihn schon fühlen, lautstark und intensiv höre ich ihn protestieren, wenn Essen nicht gewürdigt und als Last bezeichnet wird: Der Luxemburger in mir. Nichts geht über ein gutes, einfaches Essen. Idealerweise gut fettig, in üppiger Quantität und mit viel Wein und Schnaps zum Abgang und Untergang. Da sind wir uns dann auch einmal einig, der Luxemburger und ich.

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DEIN URTEIL BITTE JETZT

Unter diesem „Bitte beurteilen Sie Ihre heutige Fahrt“ ist ein QR-Code abgedruckt. Dieser schreit danach, gescannt zu werden, um womöglich ganz automatisch in meinem Handy einen Fragebogen zu starten, der mich über diese Fahrt ausfragt, mit dem Ziel, am Ende der ganzen Fragerei, mir die Beurteilung im allgemeinen zu vereinfachen: Wie sauber ist der Zug? Wie freundlich die Bahn-MitarbeiterInnen? Sind die Snacks frisch oder bereits abgelaufen? War der Kaffee grau oder schwarz? Wollen Sie in Zukunft etwas mehr grün oder etwas weniger grün, wenn Sie aus dem Fenster schauen? Haben die Fahrgäste einen belesenen Eindruck auf Sie gemacht? Jede Frage wäre mit einer Zahl zwischen 1 und 10, ja oder nein oder sonst irgendwas zu beantworten.