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AUSHALTEN

G. sagte auch, dass man sich nicht einfach überrollen lassen kann. Dass man einen Wasserrohrbruch auch abdichten würde. Wasserrohrbruch. Den Vergleich nochmal vor Augen führen: Wasserrohrbruch und Menschen, wie Familie Kurdi, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien übers Wasser flüchteten und immer noch flüchten. Wasser als ständige Bedrohung. Abdichten, aushalten oder noch besser: eine Verschwörungstheorie drumrum stricken. Fakten leugnen. Sich nicht weichspülen lassen.

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AUF JEDEN FALL DIE GANZE WELT

„Oh happy day“, hört S. Whoopy Goldberg in ihren Kopf, in Form eines Ohrwurms, krabbeln. „When Jesus washed“. Der Ohrwurm lässt sich nieder, währenddessen die Pflegerinnen die Kacke unter S. wegwischen. „Oh, when he washed“. Jetzt weiß S., wie es ist. Wenn Oma geht. Die Vorstellung wird real, aber so hatte sie es sich nicht vorgestellt. Sie hat sich eigentlich nie was vorgestellt. Aber ihre Frage, wie es wohl sein wird, wird erbarmungslos beantwortet. Von der Realität.

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GUTER RAUM, BÖSER RAUM

Wir denken an Utøya, diese unerträgliche grausame Tat. Über 60 junge Menschen fielen der wahnsinnigen Ideologie eines Mannes zum Opfer, die nichts als Hass für diese Welt übrig hatte. Die Trauer und die Verarbeitung des Verlustes um diese Menschen hatte knapp begonnen, als bereits die ersten Forderungen zur Wiedereinführung der Todesstrafe aufkamen. Tod mit Tod beantworten. Mord mit Mord. Gewalt. Gegengewalt. Die Gewalt, die von ihm ausging, wurde beinahe infektiös.

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MIT 365 FRAGEN INS NEUE JAHR

2018 hatte ich viele Fragen. Einige habe ich selbst gestellt. Einige hast du sicherlich auch gestellt. Einige, so habe ich gehört, wurden gestellt. Einige, so hast du sicherlich schon gehört, wurden gestellt. Selten hatte ich gute Antworten parat. Und du sicherlich auch nie, außer wenn du natürlich fürs Feuilleton schreibst. Du das Leben nur als Begriff verstehst. Gehört aus Romanen von Proust oder deiner Doktorarbeit. Lass uns 2019 ein paar gute Antworten finden. Hier 365 Fragen.

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SCHWULE KÄNGURUS / BYE FEIERKROP

Schauen Sie sich das Stück doch einfach mal an! Theater kann so schön sein. Vorsichtshalber haben wir zwei Tickets auf Ihren Namen reserviert. Ganz ohne Scherz. Sie werden sicherlich nicht zu einem schlechteren Menschen. Der Tiger und der Panther im besagten Stück sind wie Sie, lieber Fernand, unsicher und ängstlich. Und um sich zu schützen, verbreiten sie Vorurteile gegenüber Homosexuellen. Dann aber lernen sie Django kennen, welcher ein Känguru und ganz schön cool ist, super boxen kann (Kän- gurus können nämlich prima boxen) und tatsächlich auch noch… Spoiler-Alert… homosexuell (schwul, hihi) ist und trotz- dem… Spoiler-Alert 2… immer noch cool ist und den armen Panther oder Tiger auch nicht gleich anspringt. Wo Homos sich doch so wenig unter Kontrolle haben. Wegen der Triebe und so…

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LETZTE KOLUMNE…

Form aufbrechen und inhaltlich aufrüsten, um einfach mal ein paar mächtige Verben zu benutzen. Aufbrechen. Aufrüsten. Es gibt viel zu tun, nicht nur für diese Kolumne und ich brauche einfach ein bisschen Ruhe und Pause von diesem wöchentlichen „Immer-Was-Zu-Schreiben-Und-Sagen-Haben-Müssen“. Ich will nicht immer präsent sein. Die KritikerInnen können aufatmen. Für einen Monat. Das Leben ist eine Party. Mal richtig gut. Mal richtig schlecht. Ich komme wieder.

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AUCH WICHTIG

Außerdem unwichtig: Dein rassistischer Onkel bei der alljährlichen weihnachtlichen Familienfeier. Der neue Freund deiner Tante. Die Zeugen Jehovas. Der verspätete Zug. Die Mahnung, deine Rechnung endlich zu begleichen, obwohl dein Konto blank ist. Die Beule in deinem neuen Auto. Alles kurz nervig, etwas ärgerlich, aber lös-, ignorier- oder reparierbar.