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PFINGSTKREUZFAHRT

Der Veranstalter verspricht beste Stimmung. Heißt: Die sicherheitsverliebte Mittelschicht grölt laut zu Bumsmusik mit. Ja, ein Ort, wo für die Frauen Feminismus noch ein Schimpfwort ist, Niveau eine Hautcreme, Rassismus die Grundlage für gute Witze und Fettleibigkeit eine Investition. Endlich die Stimmung live und hautnah erleben, die man sonst nur, mit gesundem Abstand vor dem Bildschirm, in den gängigen Kommentarspalten der diversen Medienunternehmen zu Gesicht bekommt.

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ICH LÜGE IMMER

Ich weiß aber, was es heißt, verlassen zu werden. Dieses Gefühl kenne ich sehr gut, weil Menschen einen immer verlassen. Und ich immer Menschen verlassen werde, denn Menschen verlassen Menschen. Auf das Leben ist kein Verlass. Darauf ist Verlass. Diese Angst vorm Verlust Anderer und mir selbst, diese Angst ist der Antrieb für mein Schreiben. Da ich weiß, um was und wen es geht, wenn ich über mich, und mein nächstes Umfeld schreibe.

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HOCHZEIT ROYAL

Die eine Schauspielerin aus dieser Serie auf Netflix und der andere Typ da, den alle mögen, weil er so cool Party macht und dabei auch gerne mal den Popo zeigt. Letzteres vermittelt dem Fußvolk: Schaut! Er aus dem Schloss ist genauso wie wir alle. Wir zeigen im Laufe unseres Lebens mindestens einmal unseren Popo, dann, wenn es eigentlich nicht sein müsste. Voll auf dem Boden geblieben, der Kerl!

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VOLLGAS UND ERHOLUNG

Der Großherzog durfte die Geburtstagstorte anschneiden und der Premierminister schüttelte mir die Hand. Jedes Kind weiß, dass letzterer meine Kolumnen liebt, aber er traute sich nicht, schüchtern wie er ist, mir dies auch zu sagen, aber ich sah das Funkeln in seinen Augen. Mir würde es nicht anders ergehen, wenn da ganz plötzlich Kate Moss vor mir stehen würde.

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SIE IST WIEDER DA

Nun könnte man sagen: Wer sich scheiße benimmt, hat immer noch die Möglichkeit scharf auszusehen. Aber auch in diesem Punkt kann das fliegende Mini-Ungeheuer nicht überzeugen. Nur zwei Flügel, die nicht sehr stabil wirken. Augen, als würde sie jeden Tag durchkiffen. Lange Beine, ja, Heidi wäre begeistert, aber viel zu drahtig und haarig (sorry Heidi!), die zusätzlich eine Art Flüssigkeitsfilm produzieren. Irgendwie so. Jedenfalls nicht besonders geschmackvoll.

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SCHLAF NIEMALS

Ich habe die ganzen letzten Wochen ziemlich viel gearbeitet, so von früh bis abends spät, und mein größtes Problem war nicht die Arbeit, nicht einmal die Müdigkeit, sondern die Angst davor, dass ich „früher“ ins Bett musste, also SPÄTESTENS um 00.30, damit ich es am nächsten Morgen, in der Früh, wieder aus dem Bett schaffe. Jeden Morgen, als ich aufwachte, hatte ich Angst, in der Nacht davor, die ich nur passiv als schlafender Steuerzahler erleben durfte, wahnsinnig viel verpasst zu haben.

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ZU VIEL GUTE LAUNE

ALSO VERDAMMT NOCHMAL! Seid endlich wieder schlecht gelaunt. Streitet mit Eurem Chef über eine Gehaltserhöhung, ruft beim Telefonanbieter Eurer Wahl an und beschwert Euch über das lahme Internet, streitet mit Eurer Cousine über die Erbschaft des verstorbenen Onkels in Amerika. Auch wenn es draußen „schön“ ist. Vielleicht kapiert die Sonne dann endlich, dass sie sich zurück, hinter die Wolken, ziehen soll und Platz für viel Sturm und Hagel machen soll.

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GERADE NOCH UND JETZT SCHON WIEDER

„Es sind die kleinen Dinge im Leben“, denke ich, aber niemals würde ich einen derartig abgedroschenen Spruch irgendwo aufschreiben oder laut sagen, um eine gewisse Melancholie und Schwere, die man als Schriftsteller doch aufrechterhalten versuchen muss, um vom Feuilleton ernst genommen zu werden, zu bewahren. Ruf ist schließlich alles. Da darf man sich nicht so primitiven Freuden (die kleinen Dinge), ausgelöst durchs Wetter, hingeben. Naja.

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OUTTAKES III: KLEINES LAND

Hier, meine veröffentlichten Ideen, ein paar Worte, ein bisschen ich, ein bisschen du, ein bisschen Sex, ein bisschen Angst und natürlich, der Tod. Der Tod lebt. Die 150 Euro im Jahr, die gesponserten Posts, die Kritik-Wichser, die den Frust über ihre eigene Fantasielosigkeit auf mich projizieren, mein Selbstmitleid, mein Übermut, das alles kostet fucking Zeit, die ich nicht habe, mir aber dennoch nehme und das ist auch der Grund, Schatz, warum ich letzte Woche leider keine Zeit hatte. Nächste Woche wird alles besser. Noch vor dem nächsten grauen Haar, werden wir uns sehen und einen Kaffee trinken, vielleicht gut essen gehen, ein Selbstbild erzeugen, dann noch einen Absacker trinken und zwei Kippen schnorren. Sorge dich nicht: Einmal Newcomer, immer Newcomer.

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WORTE

Das erinnert mich an meine Feten-Zeit in Luxemburg, wo ich mich gewundert habe, dass diese schmierigen jungen Männer immer die heißesten jungen Frauen abbekommen haben. Und das jede Woche, immer eine andere, klar. Da war ich ziemlich neidisch, denn ich bekam nicht einmal eine ab, ich wollte doch einfach nur eine Freundin bis in alle Ewigkeit. Und die bekamen, egal wie dumm und respektlos sie sich benahmen, bis in alle Ewigkeit, wöchentlich, eine gut aussehende Frau ab.

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UND DU DIE LETZTEN JAHRE? / 20 FILTERFREIE BILDER

Ja, was waren sie denn? Und wo? Und wann? Die ganz besonders wunderschönen, in Erinnerung bleibenden, Momente. Die, wo „du”, ich also, danach so dachtest: Wow. Oder: Geil. Oder: Ok, nie wieder. Oder: Nächstes mal mit weniger „naja”, dafür mehr „aha”. Nun mache ich „das”, also das, was „die” Kunst nennen, seit gut zehn Jahren. Und „er”, also immer noch ich, wird demnächst 33 Jahre alt und einen neuen Kurs einschlagen, was „das” angeht. Wie das gehen soll, kann ich an dieser Stelle nicht verraten. Ein Geheimnis auf Zeit sozusagen. Aber soviel sei verraten: Ja, es wird immer ein wenig weh tun und zwar nicht nur mir.

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2020

„Was für Arschlöcher aus Kindern werden können.“, denke ich, währenddessen unsere Blicke sich treffen. Ich kann wirklich nur ganz schlecht verheimlichen (H. versucht es nicht einmal), wenn ich jemanden oder etwas nicht mag. Wir mochten uns noch nie. Also los: Ich lege den Filter „Verachtung“ über meinen Blick, meiner Meinung nach noch subtil genug, um keine Schlägerei zu provozieren, aber subtil kann ich eigentlich auch nur sehr mittelmäßig bis ganz schlecht, behauptet zumindest ein großer Schauspieler aus Luxemburg, der auch in Berlin lebt. Ich fürchte, dass er Recht hat. Unser Blickkontakt reißt ab und ich kann endlich behaupten, keine Angst mehr vor dem Tod zu haben.

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MEHR MUSS ES GAR NICHT SEIN

Fest steht: Nach einem ungerechtfertigten Schlag auf die Nase muss sich entschuldigt werden. Ein Schlag auf die Nase, das weiß sie auch, ist nie gerechtfertigt. Unsere Gesellschaft hat sich nämlich darauf geeinigt, dass Gewalt schlecht ist. Mit der Folge, dass, wenn eine Person doch Gewalt auf andere ausübt, sie die Verantwortung übernehmen muss. Heute ist sie mal wieder die Verantwortliche.

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ABER SO RICHTIG

Die Küche hat mittlerweile geöffnet, und somit ist es ab sofort möglich, sogar zwei Minuten vor 11.00, also offizieller Kücheneröffnung, einen Espresso für 1,90 Euro zu bekommen. Würde ich es „denen“ so richtig zeigen wollen, Runde zwei, würde ich nun keinen kleinen Schwarzen kaufen, da sie mich noch vor drei Minuten abgewiesen haben, aber meine Sucht ist stärker, bestelle, kaufe, nippe, schon wieder schrecklich, trotz Porzellan-Tasse und richtiger Küche und lass die halb ausgetrunkene Tasse auf dem Tisch stehen, obwohl eigentlich erwartet wird, dass man sie dort hinbringt, wo „Geschirrablage“ ausgeschildert ist. Aber das ist die einzige Möglichkeit, es „denen“ nochmal so richtig zu zeigen. Nächste Runde.

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OUTTAKES II: SVENJA

Es war ein unglücklicher Versprecher. Es war nicht witzig. Es hätte nicht sein müssen, aber es war. Und es bleibt als Warnung in der Gestalt eines bösartigen Katers. Zugegeben: Ich habe sie beleidigt, das war nicht nötig, aber auch nicht meine Absicht. Zu meiner Verteidigung muss ich dazu sagen, dass Svenja, die dicke und auch beste Freundin der Kellnerin Jo dreimal höflich, so höflich, wie es mir in meinem gestrigen Zustand nur möglich war, gebeten wurde, von meiner Person Abstand zu nehmen. Da sie das nicht tat, war sie demnach aktiv an ihrer eigenen Beleidigung beteiligt.

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LUCSPADA.COM / LUCSPADA.LIVE

Lyrich.blog ist gelöscht und dafür ist jetzt lucspada.com und lucspada.live online. Alle Beiträge sind noch online und es werden auch noch viel mehr folgen, aber eben nach dem super praktischen All-in-one Prinzip. Das heißt, dass sowohl lucspada.com als auch lucspada.live Blog und meine Homepage zugleich sind. Lässt sich auch viel einfacher merken.

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throwbackWELTFRAUENTAG

Fertig geduscht und angezogen, lief er in den Blumenladen gleich bei ihm um die Ecke und kaufte einen Strauß Rosen, nahm letzteren mit zu sich nach Hause und stellte sich vor den großen Spiegel in seinem Schlafzimmer. Dann zückte er sein Handy und fotografierte das Spiegelbild, das ihn mit seinen Rosen in seiner rechten Hand und dem Handy in der linken Hand zeigte.

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HERAUSWACHSEN

Was ich nicht alles wollte. T-Shirts! ALLE T-Shirts einer bekannten Restaurant-Kette, die überwiegend in Großstädten zu finden ist. Ich wollte sie ALLE. Die Classic Editions. Die Limited Editions. Die Special Editions. Alle Editions. Und ich trug sie mit Stolz, ohne zu bemerken, dass ich einfach nur einer der vielen Deppen war, die dachten, dass es besonders „rock“ wär, umsonst Werbung für eine Kette zu machen, die sich dadurch auszeichnet, dass sein Kunde zu rockiger Musik Burger essen und währenddessen gleichzeitig auf Gitarren glotzen kann.

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ÜBER DAS PERFEKTE ENDE

Apropos Ende, Elton John hört auf, denn er hat mit über siebzig erkannt, dass es im Leben Wichtigeres als Welttourneen gibt und will jetzt noch eine machen, um sich anschließend voll und ganz seiner Familie zu widmen. Denn, was doch so viele unter diesen MusikerInnen und SchauspielerInnen nicht einsehen möchten, ist, dass man dann aufhören soll, wenn es am schönsten ist und nicht dann, wenn der Infusionsbeutel auf der Bühne zum unvermeidbaren Begleiter wird. Was die Rolling Stones dazu sagen, weiß ich leider nicht.

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OUTTAKES I: STERBEN

Findest du das traurig? Ich finde das traurig. Selten finde ich es nicht besonders traurig, sondern eher beruhigend. Wenn die von der Steuer nerven, Liebeskummer, die Tode der anderen. Irgendwann wird es schon ein Ende haben. Dann aber schaltet sich gleich und ungefragt dieser Selbsterhaltungstrieb ein, erbarmungslos. Gelegentlich ist letzterer noch ekelhafter, als die immer wieder aufkommende Angst vor dem Tod. Die endgültige Stille.

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BEWEGUNG!

Er fällt unter anderem auch dadurch auf, dass, wenn er ein Lokal betritt, es etwas strenger im Raum riecht. Das mag jetzt fies klingen, aber es ist unbestreitbar, dass es so ist, und gerade riecht es ganz besonders streng hier, denn er hat am Tisch neben mir Platz genommen. Er bestellt Eierkuchen. Sonst nichts. Daran wird sich in den nächsten Stunden auch nichts ändern.

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FLAKE

Zeit, Tod, Leben, Musik, Glück, (Ostberliner)Geschichte. Das sind die Themen, die Christian Lorenz alias Flake beschäftigen. Flake ist Keyboarder der Band Rammstein, die weltweit fast so bekannt ist wie Nestlé mit dem Unterschied, dass Rammstein gefährlich aussieht und klingt, es aber nicht ist.

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LOW EXPECATIONS

Strebst Du nach Glück? „Ich bin ja eher so einer“, der versucht, so gut es möglich ist, das Unglück zu umgehen. Das hilft mir, mich nicht mit allzu großen Erwartungen – an mich selbst und an mein Umfeld – verrückt zu machen, aber lässt immer noch genug (Spiel)Raum für Überraschungen und verschiedenste Freuden, falls das Glück sich manchmal dazu durchringt, mich aufzusuchen und tatsächlich auch zu finden.