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© LCM Fotostudio Richard Schuster

WIEN UND KEIN WORTSPIEL MIT FALCO (VERSPROCHEN!)

Wirklich jagen konnte man mich mit ihrer Bewunderung für Marcel Proust. Die Sensation rund um die „Madeleine“ war für mich alles, was Literatur nicht sein sollte: Literatur wie geschaffen für selbsternannte Intellektuelle, die nach ihrer Doktorarbeit gezwungen sind für eine regionale Tageszeitung zu schreiben, weil die Welt „einfach noch nicht schlau genug für ihre Vision“ ist, und alles verreißen, was nicht ihrer Vorstellung von Wahrheit entspricht, sprich: Verkopfter Dünnpfiff. 

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#METOO ODER LASS ICH’S LIEBER SEIN?

Ich finde es unerträglich, dass bestimmt fünfzig Prozent, mindestens, meiner Bekanntschaften in ihrer Statuszeile #metoo angegeben haben. Das ist ein seltsames Gefühl von „aha“ und „wie habe ich dann die letzten Jahre gelebt“? Mit verbundenen Augen, zusätzlichen Scheuklappen und verstopften Ohren? Was? Sie auch? Warum hat sie mir nie was gesagt? Ok, warum sollte sie mir auch was sagen? Warum sagt sie es Facebook?

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RÜCKBLENDE NACH VORNE / UND JETZT?

Fortschritt ist auch immer Veränderung. Die Berliner hatten auch die Möglichkeit, für oder gegen den Flughafen-Tegel zu stimmen. Viele unter meinen Bekannten und Freunden möchten ihren kleinen, süßen Flughafen behalten, weil er immer schon da war, weil die Wege so kurz sind, weil alles doch bitte bleiben soll, wie es schon immer war. Veränderung ja, aber ohne dass sich wirklich etwas verändert, weil Veränderung stört die Gewohnheit, und Gewohnheit steht dem Fortschritt immer im Weg. Folglich wird Angela Merkel an der Regierungsspitze bleiben, nicht weil sie die Beste ist, sondern den „Status quo“ souverän als Fortschritt verkauft. Es ist doch nicht alles schlecht. Stillstand, das neue Sexy.

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AUF DEN SPUREN VON…

Aber tatsächlich, eins ist sicherlich wahr. Ab 60 stellt es sich als bemerkenswert schwierig heraus, kopulierungsfreudige Frauen mal eben so in einer Bar in der wirklichen, analogen Welt anzutreffen. Es sei denn, man versucht sich in der Swinger-Szene, doch der letzte Besuch, vor etwa fünf Jahren, in einem derartigen Etablissement sollte sich zu einem Desaster entwickeln, als der swingende Ehepartner, mit dessen Frau Geir gerade zu Gange war, ungefragt durch seine Hintertür eindrang. Das war ein eindeutiger Fall von „Cockblocker“, den Geir in Zukunft unbedingt verhindern möchte.

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Erstmal die Karte

ERSTMAL DIE KARTE

Der Kellner kommt an und fragt, was er Gutes für die beiden tun kann. F. denkt kurz nach, weiß, dass die Antwort, die sie wirklich auf seine Frage hat, den Kellner überfordern wird und fragt vorsichts(sicherheits)halber nach der Karte. Er bestellt ein Bier, vom Fass. Auf keinen Fall Flaschenbier. „Ein eiskaltes Bier, das kann nicht schaden“, behauptet B. und freut sich, dass er einmal nicht übers Wetter gesprochen hat.

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Sagspiel

SAGSPIEL

Das habe ich aber jetzt schön gesagt, ein Sagspiel, kein Sagenspiel. Auch kein Sargspiel. Oh, ist das ein Spada-Wortspiel? Immer diese inhaltlosen Sagspiele. Meine Sagspiele, von Kritikern auch gerne als „Tourette-Poesie“ angesagt. Auf Kosten von nervlichen Erkrankungen lässt es sich doch immer noch am besten über Spadagesagtes lachen, äh, kritisieren.

Immer diese Kritik-Spastis, ey, gut, dass ich sowas nie sagen würde, nicht umsonst, das sage ich auch sehr gerne, sag ich, was ich zu sagen habe anHAND (Hand – oder Sagspiel?) meines Mittelfingers. Dass er das gesagt hat, unverschämt!

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Kafka

KAFKA IM KRIEG

Vielleicht ist es auch meine Haarfarbe, mein schwarzes, gepflegtes Haar, mein über die ganze untere Gesichtshälfte gleichmäßig verteilter Drei-Tage-Bart. Oder sind es meine fehlenden Sommersprossen? Das ist mir gleich aufgefallen, als die beiden Herren meine Wohnung betraten. Ich habe viel bessere Haut, viel besseres Haar. Mein gesamter Kopf – und Gesichtsbereich ist viel besser ausgestattet und gepflegt.

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Trust Revolt

ALLES UMSONST

Vergesst den Geschichtsunterricht. Vergesst die Werte, die man uns früher mit auf den Weg gegeben hat. Vergesst auch, dass wir aus Fehlern lernen müssen, dass Frieden, Toleranz und Gespräche auf Augenhöhe wichtig sind, um zusammen weiterzukommen, sich weiter zu entwickeln. Alles ist gratis. Alles darf gesagt werden, nichts hat Konsequenzen.