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NOT YET A WOMAN

Dann wird der Abend gemütlich ausklingen gelassen, indem das zwanzigjährige „authentic girl travelling around the world“ ein Foto von sich im String-Bikini hochlädt, wie sie der Sonne beim Untergehen zuschaut. Gute Nacht Sydney, wir sehen uns übermorgen im Whirlpool in Los Angeles, wo ich irgendeine andere Botoxtussi treffe, um darauf hinzuweisen, dass es anderen Menschen nicht so gut geht wie uns. Wir sollten also wirklich den Tag genießen. Und das jeden Tag. Schließlich hat man nur ein Leben. Herz.

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LISTELIZE

Und wenn gar nichts mehr geht, dann esse ich Plastik, davon gibt es auf jeden Fall genug, und ich tue etwas Gutes für die Umwelt. Und vegan müsste das auch sein.
Aber es soll nicht nur Bio-Fleisch sein, auch eine Flasche Prosecco, um mit meinen homosexuellen Freunden auf die „Ehe für alle“ in Deutschland anzustoßen. Zweimonatiges Jubiläum. Immerhin.

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PROMISE

Ich habe keine Lust zu schreiben, heute nicht, ich habe keine Lust, irgendwas zu schreiben. Es wurde so viel geschrieben, auch wirklich viel Mist. Auch wirklich viel Mist über mich. Auch ich habe schon viel Mist geschrieben. Warum nicht einfach mal nichts schreiben? Warum nicht einfach nichts veröffentlichen? Ich schreibe trotzdem was, aber nur noch diesen Beitrag, dann ist es vorbei. Für heute. Versprochen.

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AUF DER SUCHE NACH DEM MANN IN MIR

Vor allem sind hier aber Fotos von dummgrinsenden Frauen vor tiefgelegten prolligen Autos zu sehen. Alle in so engen Kleidchen, für die sich sogar Primark schämen würde, alle mit hochgequetschten Plastikbrüsten.
Diese Frauen schauen alle so, als hätte der bis zum Kinn tätowierte Hobbyfotograf, der eigentlich Automechaniker oder Dorfdiscobesitzer ist, seine „Models“ mit Sprüchen wie „Komm Maus, zeig noch bisschen, zeig noch bisschen mehr von deinen runden Kurven, das bringt meinen Motor so richtig zum brummen“, in Stimmung gebracht.

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AUSSEHEN IST ALLES

Eine Lüge ist, wenn behauptet wird, dass Aussehen nicht so wichtig sei. Aussehen ist alles, erstmal. „Liebe auf den ersten Blick“ heißt nicht umsonst „Liebe auf den ersten BLICK“. Man verliebt sich in das, was man sieht. Nicht in das, was man glaubt, dahinter, hinter der Fassade, zu erkennen. ERSTMAL. Das hat den Vorteil, dass theoretisch jeder oder jede eine Chance bekommen kann, einfach nur, weil jede jeden oder jeder jede möglicherweise „schön“ findet. Das ist doch fair. Nicht?

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FÜHLEN

Somit dreht sich die Aktualität im Großen und Ganzen um Männer, die ihre Macht missbrauchen: Sexuelle Belästigung. Vergewaltigungen. Unterdrückung von Minderheiten und Journalisten. Umwelt kaputt machen. Lügen. Die Liste ist lang. Jetzt die Klischee-Frage: War das immer schon so oder sind die sozialen Medien Schuld? Äääh.

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© LCM Fotostudio Richard Schuster

WIEN UND KEIN WORTSPIEL MIT FALCO (VERSPROCHEN!)

Wirklich jagen konnte man mich mit ihrer Bewunderung für Marcel Proust. Die Sensation rund um die „Madeleine“ war für mich alles, was Literatur nicht sein sollte: Literatur wie geschaffen für selbsternannte Intellektuelle, die nach ihrer Doktorarbeit gezwungen sind für eine regionale Tageszeitung zu schreiben, weil die Welt „einfach noch nicht schlau genug für ihre Vision“ ist, und alles verreißen, was nicht ihrer Vorstellung von Wahrheit entspricht, sprich: Verkopfter Dünnpfiff. 

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#METOO ODER LASS ICH’S LIEBER SEIN?

Ich finde es unerträglich, dass bestimmt fünfzig Prozent, mindestens, meiner Bekanntschaften in ihrer Statuszeile #metoo angegeben haben. Das ist ein seltsames Gefühl von „aha“ und „wie habe ich dann die letzten Jahre gelebt“? Mit verbundenen Augen, zusätzlichen Scheuklappen und verstopften Ohren? Was? Sie auch? Warum hat sie mir nie was gesagt? Ok, warum sollte sie mir auch was sagen? Warum sagt sie es Facebook?

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RÜCKBLENDE NACH VORNE / UND JETZT?

Fortschritt ist auch immer Veränderung. Die Berliner hatten auch die Möglichkeit, für oder gegen den Flughafen-Tegel zu stimmen. Viele unter meinen Bekannten und Freunden möchten ihren kleinen, süßen Flughafen behalten, weil er immer schon da war, weil die Wege so kurz sind, weil alles doch bitte bleiben soll, wie es schon immer war. Veränderung ja, aber ohne dass sich wirklich etwas verändert, weil Veränderung stört die Gewohnheit, und Gewohnheit steht dem Fortschritt immer im Weg. Folglich wird Angela Merkel an der Regierungsspitze bleiben, nicht weil sie die Beste ist, sondern den „Status quo“ souverän als Fortschritt verkauft. Es ist doch nicht alles schlecht. Stillstand, das neue Sexy.

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AUF DEN SPUREN VON…

Aber tatsächlich, eins ist sicherlich wahr. Ab 60 stellt es sich als bemerkenswert schwierig heraus, kopulierungsfreudige Frauen mal eben so in einer Bar in der wirklichen, analogen Welt anzutreffen. Es sei denn, man versucht sich in der Swinger-Szene, doch der letzte Besuch, vor etwa fünf Jahren, in einem derartigen Etablissement sollte sich zu einem Desaster entwickeln, als der swingende Ehepartner, mit dessen Frau Geir gerade zu Gange war, ungefragt durch seine Hintertür eindrang. Das war ein eindeutiger Fall von „Cockblocker“, den Geir in Zukunft unbedingt verhindern möchte.

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Erstmal die Karte

ERSTMAL DIE KARTE

Der Kellner kommt an und fragt, was er Gutes für die beiden tun kann. F. denkt kurz nach, weiß, dass die Antwort, die sie wirklich auf seine Frage hat, den Kellner überfordern wird und fragt vorsichts(sicherheits)halber nach der Karte. Er bestellt ein Bier, vom Fass. Auf keinen Fall Flaschenbier. „Ein eiskaltes Bier, das kann nicht schaden“, behauptet B. und freut sich, dass er einmal nicht übers Wetter gesprochen hat.

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Sagspiel

SAGSPIEL

Das habe ich aber jetzt schön gesagt, ein Sagspiel, kein Sagenspiel. Auch kein Sargspiel. Oh, ist das ein Spada-Wortspiel? Immer diese inhaltlosen Sagspiele. Meine Sagspiele, von Kritikern auch gerne als „Tourette-Poesie“ angesagt. Auf Kosten von nervlichen Erkrankungen lässt es sich doch immer noch am besten über Spadagesagtes lachen, äh, kritisieren.

Immer diese Kritik-Spastis, ey, gut, dass ich sowas nie sagen würde, nicht umsonst, das sage ich auch sehr gerne, sag ich, was ich zu sagen habe anHAND (Hand – oder Sagspiel?) meines Mittelfingers. Dass er das gesagt hat, unverschämt!

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Kafka

KAFKA IM KRIEG

Vielleicht ist es auch meine Haarfarbe, mein schwarzes, gepflegtes Haar, mein über die ganze untere Gesichtshälfte gleichmäßig verteilter Drei-Tage-Bart. Oder sind es meine fehlenden Sommersprossen? Das ist mir gleich aufgefallen, als die beiden Herren meine Wohnung betraten. Ich habe viel bessere Haut, viel besseres Haar. Mein gesamter Kopf – und Gesichtsbereich ist viel besser ausgestattet und gepflegt.

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Trust Revolt

ALLES UMSONST

Vergesst den Geschichtsunterricht. Vergesst die Werte, die man uns früher mit auf den Weg gegeben hat. Vergesst auch, dass wir aus Fehlern lernen müssen, dass Frieden, Toleranz und Gespräche auf Augenhöhe wichtig sind, um zusammen weiterzukommen, sich weiter zu entwickeln. Alles ist gratis. Alles darf gesagt werden, nichts hat Konsequenzen.