Kategorie: VOLLRAUSCH UND ERHOLUNG

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VOLLGAS UND ERHOLUNG

Der Großherzog durfte die Geburtstagstorte anschneiden und der Premierminister schüttelte mir die Hand. Jedes Kind weiß, dass letzterer meine Kolumnen liebt, aber er traute sich nicht, schüchtern wie er ist, mir dies auch zu sagen, aber ich sah das Funkeln in seinen Augen. Mir würde es nicht anders ergehen, wenn da ganz plötzlich Kate Moss vor mir stehen würde.

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SIE IST WIEDER DA

Nun könnte man sagen: Wer sich scheiße benimmt, hat immer noch die Möglichkeit scharf auszusehen. Aber auch in diesem Punkt kann das fliegende Mini-Ungeheuer nicht überzeugen. Nur zwei Flügel, die nicht sehr stabil wirken. Augen, als würde sie jeden Tag durchkiffen. Lange Beine, ja, Heidi wäre begeistert, aber viel zu drahtig und haarig (sorry Heidi!), die zusätzlich eine Art Flüssigkeitsfilm produzieren. Irgendwie so. Jedenfalls nicht besonders geschmackvoll.

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SCHLAF NIEMALS

Ich habe die ganzen letzten Wochen ziemlich viel gearbeitet, so von früh bis abends spät, und mein größtes Problem war nicht die Arbeit, nicht einmal die Müdigkeit, sondern die Angst davor, dass ich „früher“ ins Bett musste, also SPÄTESTENS um 00.30, damit ich es am nächsten Morgen, in der Früh, wieder aus dem Bett schaffe. Jeden Morgen, als ich aufwachte, hatte ich Angst, in der Nacht davor, die ich nur passiv als schlafender Steuerzahler erleben durfte, wahnsinnig viel verpasst zu haben.

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ZU VIEL GUTE LAUNE

ALSO VERDAMMT NOCHMAL! Seid endlich wieder schlecht gelaunt. Streitet mit Eurem Chef über eine Gehaltserhöhung, ruft beim Telefonanbieter Eurer Wahl an und beschwert Euch über das lahme Internet, streitet mit Eurer Cousine über die Erbschaft des verstorbenen Onkels in Amerika. Auch wenn es draußen „schön“ ist. Vielleicht kapiert die Sonne dann endlich, dass sie sich zurück, hinter die Wolken, ziehen soll und Platz für viel Sturm und Hagel machen soll.

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GERADE NOCH UND JETZT SCHON WIEDER

„Es sind die kleinen Dinge im Leben“, denke ich, aber niemals würde ich einen derartig abgedroschenen Spruch irgendwo aufschreiben oder laut sagen, um eine gewisse Melancholie und Schwere, die man als Schriftsteller doch aufrechterhalten versuchen muss, um vom Feuilleton ernst genommen zu werden, zu bewahren. Ruf ist schließlich alles. Da darf man sich nicht so primitiven Freuden (die kleinen Dinge), ausgelöst durchs Wetter, hingeben. Naja.

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WORTE

Das erinnert mich an meine Feten-Zeit in Luxemburg, wo ich mich gewundert habe, dass diese schmierigen jungen Männer immer die heißesten jungen Frauen abbekommen haben. Und das jede Woche, immer eine andere, klar. Da war ich ziemlich neidisch, denn ich bekam nicht einmal eine ab, ich wollte doch einfach nur eine Freundin bis in alle Ewigkeit. Und die bekamen, egal wie dumm und respektlos sie sich benahmen, bis in alle Ewigkeit, wöchentlich, eine gut aussehende Frau ab.

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2020

„Was für Arschlöcher aus Kindern werden können.“, denke ich, währenddessen unsere Blicke sich treffen. Ich kann wirklich nur ganz schlecht verheimlichen (H. versucht es nicht einmal), wenn ich jemanden oder etwas nicht mag. Wir mochten uns noch nie. Also los: Ich lege den Filter „Verachtung“ über meinen Blick, meiner Meinung nach noch subtil genug, um keine Schlägerei zu provozieren, aber subtil kann ich eigentlich auch nur sehr mittelmäßig bis ganz schlecht, behauptet zumindest ein großer Schauspieler aus Luxemburg, der auch in Berlin lebt. Ich fürchte, dass er Recht hat. Unser Blickkontakt reißt ab und ich kann endlich behaupten, keine Angst mehr vor dem Tod zu haben.

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MEHR MUSS ES GAR NICHT SEIN

Fest steht: Nach einem ungerechtfertigten Schlag auf die Nase muss sich entschuldigt werden. Ein Schlag auf die Nase, das weiß sie auch, ist nie gerechtfertigt. Unsere Gesellschaft hat sich nämlich darauf geeinigt, dass Gewalt schlecht ist. Mit der Folge, dass, wenn eine Person doch Gewalt auf andere ausübt, sie die Verantwortung übernehmen muss. Heute ist sie mal wieder die Verantwortliche.

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ABER SO RICHTIG

Die Küche hat mittlerweile geöffnet, und somit ist es ab sofort möglich, sogar zwei Minuten vor 11.00, also offizieller Kücheneröffnung, einen Espresso für 1,90 Euro zu bekommen. Würde ich es „denen“ so richtig zeigen wollen, Runde zwei, würde ich nun keinen kleinen Schwarzen kaufen, da sie mich noch vor drei Minuten abgewiesen haben, aber meine Sucht ist stärker, bestelle, kaufe, nippe, schon wieder schrecklich, trotz Porzellan-Tasse und richtiger Küche und lass die halb ausgetrunkene Tasse auf dem Tisch stehen, obwohl eigentlich erwartet wird, dass man sie dort hinbringt, wo „Geschirrablage“ ausgeschildert ist. Aber das ist die einzige Möglichkeit, es „denen“ nochmal so richtig zu zeigen. Nächste Runde.

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throwbackWELTFRAUENTAG

Fertig geduscht und angezogen, lief er in den Blumenladen gleich bei ihm um die Ecke und kaufte einen Strauß Rosen, nahm letzteren mit zu sich nach Hause und stellte sich vor den großen Spiegel in seinem Schlafzimmer. Dann zückte er sein Handy und fotografierte das Spiegelbild, das ihn mit seinen Rosen in seiner rechten Hand und dem Handy in der linken Hand zeigte.