Schlagwort: Angst

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TAG30+31+32+33+34+35+36+37+38+39+40_ENDE ABER ANFANG

Das Virus ist noch da. Ich auch. Ich hoffe du und deine Oma, ihr auch. Inzwischen wurde ich zweimal getestet. Zweimal negativ. Der Test, bei dem die Probe aus der Nase genommen wird, ist mit Abstand die unangenehmere Variante. Wenn du getestet wirst, du den Ort des Abstriches selbst wählen darfst, denk an meine Worte. Wirklich. Der Husten hat nun, nach etwa dreißig Tagen, keine Lust mehr auf mich. Das ist gut. Was für eine blöde Idee es ist, sich eine Bronchitis einzufangen, währenddessen draußen eine Pandemie wütet.

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TAG17+18+19+20+21+22+23+24_DRAMA BABY DRAMA

Unzählige Überschriften, dass es auch die jungen Menschen erwischen kann. Ja, auch dich. Klick hier, weil genau hier findest du ein Video von einem jungen Menschen, der echt einen harten Verlauf der Covid-19-Krankheit hinter sich, was sag ich?, immer noch vor sich hat. Immerhin bringt er noch, nur für dich, die Kraft auf, einmal schön auf Aufnahme zu drücken, Selfie-Modus, um dir davon zu berichten, ja, um dir die vom jugendlichen Leichtsinn unterlaufenen Augen zu öffnen, dass auch junge Menschen krank werden können. Also doll krank, nicht so kaum erwähnenswert kränklich.

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TAG8+9+10+11+12_LUNGE UND EINSCHÄTZUNG ALLES KAPUTT

Das Gespräch hat mich dann irgendwie doch beruhigt. Keinen Schritt weiter, aber immerhin kann ich noch sprechen. Kann so schlimm nicht sein. Besser als Intensivstation. Da will man der coolste Dude in town sein und dann holt es einen trotzdem ein … der Stress, die Panik, die Angst … Produktiv bin ich auch nicht. Das ist für mich keine wirklich kreative Zeit. Noch nicht. Ich versuche es, aber mir fehlen die Menschen, die es zum Anfassen gibt. Mit Haptik-Effekt. Die Muse ist doch da draußen. Dort, wo ich nicht hindarf. Aber sicher nicht hier zwischen meinen eigenen paar erbärmlichen heimischen Wänden. Und ich will nicht chinesisch lernen. Ich will keinen Online-Kochkurs belegen. Ich will ins Restaurant um die Ecke, mich auf einen Stuhl setzen, ein Bier und eine warme Suppe bestellen. Von einem Menschen bedient werden, dem ich dann Geld dafür geben darf und der daraufhin sein dankendes Lächeln wirklich ernst meint. Also arbeite ich einfach nur ab. Etwas zu langsam an bestehenden Projekten, antworte auf ein paar E-Mails, ja, klar, mach ich gerne mit, aber klar, in diesen Zeiten, alles ungewiss, vielleicht Dezember? Jaja, bis dann …

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TAG3+4_TEST ONE TWO ONE TWO: DIE SONNE SCHEINT IMMER NOCH

Umarmen sich einander, küssen gegen die Panikmache … Nur aufpassen, dass Corona euch nicht fickt. Corona akzeptiert kein Nein. Er will immer mehr. Immer weiter, schneller, noch mehr … Erinnert mich an einen Krebsfall in meiner Familie, als der Arzt erklärte, dass alles, was dieser scheiß Krebs will, wachsen ist. Um ihn zu stoppen, sind drastische Maßnahmen nötig. Offensichtlich. Und der Ausgang immer ungewiss. Bereits nach vier Tagen in Isolation flirte ich mit dem Gedanken, dass es bestimmt gleich vorbei ist, versuche den Ernst des Geschehens zu verdrängen. Schließlich ist bald Festivalsaison, schließlich ist die Pauschalreise (naja, die nicht wirklich) längst gebucht, schließlich ist doch Sommer und Sommer ist immer geil, weil Sommer eben. Und Sonne. Mit diesen rotfarbigen Getränken auf heruntergekommenen Holztischen. Mit Menschen, die einen anlachen, einfach so. Und nicht selten sind sie dabei knapp bekleidet, was einen doch immer wieder freut. Im Sommer. Innere Werte dürfen situationsbedingt auch mal überbewertet werden.

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DER STURM GEHÖRT MIR

Ich bin stärker, als ich annahm. Schwächer, als ich mir je eingestehen würde. Ich bin Verzweiflung und Sturm zugleich. Ich weiß jetzt, was es heißt, ich zu sein. Dass ich nicht du sein kann. Eine Erklärung, die richtigen Worte, habe ich natürlich nicht. Und es heißt nicht, dass ich mit dem Scheißkerl im Reinen bin, heißt nicht, dass morgen alles besser wird, heißt ebenso nicht, dass ich jetzt auch ich bin, aber ich weiß, wer ich ist. Oft lachen wir zusammen. Oft lacht er mich aus. Meistens, wenn ich am dünnhäutigsten bin und die Tränen plötzlich hochschießen. Ich verliere ihn oft. Dann bin ich wieder ganz Kind, als hätte ich meine Eltern, im Supermarkt, aus den Augen verloren. Dann stehe ich da. Zwischen Bio-Gurken und fucking Sesam-Riegeln. Wenn wir uns dann wiederfinden, schauen wir zusammen Mr. Robot und freuen uns, wenn einer von beiden einen langsamen, hässlichen Tod sterben muss. Am Ende darf der Gewinner am lautesten lachen. Der Sturm gehört mir.

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VORSICHT, VORSICHT!

Er spricht mit mir. „Ouah feuinh“, höre ich. Ich glaube, das ist Französisch. Eine Sprache, die mir nicht leicht fällt. „Will er mich überfallen?“, denke ich. „Will er mich zusammenschlagen?“, denke ich. „Jetzt machen sie es wahr, diese gehässigen luxemburgischen Literaturkritiker. Sie haben einen Schläger organisiert, um die Scheiß-Literatur aus mir herauszuprügeln. Hoffentlich finden meine Freunde, Freundin oder die Polizei die eine Schublade mit meinen zahllosen (es sind wirklich viele) unveröffentlichten Manuskripten, die dann post mortem veröffentlicht werden. Und dann werde ich ein gefeierter toter Schriftsteller, wenn sie denn gefunden werden…“, denke ich. „Du feu?“, der andere dunkel gekleidete Mann, oh Französisch, wirklich, „ah oui, j’ai, oui, quelque part, je cherche, un moment, mon pantalon, je trouve pas euhhh (weil ,euhhh‘ klingt sehr Französisch, das habe ich in Paris gelernt)“, versuche ich die Worte dieser unmöglich souverän zu meisternden Sprache zu finden. „Mais non, j’ai du feu, regardez“, sagt er, und da fällt mir auf, dass ich in der ganzen Aufregung, was der dunkel gekleidete Mann wohl alles mit mir anstellen wird, nicht mitbekommen habe, dass er mir Feuer anbieten wollte und realisierte sie dann schlussendlich, die Flamme, die aus dem Feuerzeug schoss. Sie brannte lichterloh. Der potenziell von den gehässigen Literaturkritikern engagierte Schläger wollte mir tatsächlich nur Feuer anbieten. Ich hebe die Zigarette Richtung Flamme, hau mir selbst meine Hand gegen die Nase, treffe die Flamme kaum, ziehe, hab‘ aber keine Puste mehr, vor Aufregung, was alles hätte passieren können. Noch einmal davon gekommen.

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DIE VÖLLIGE ANGST(FREIHEIT) 2/2

Du kannst endlich wieder die Lexika, die deine Eltern dir für viel Geld erworben haben, vom Speicher holen und auf echtem Papier nach dir unbekannten Begriffen suchen. Dein Stalker kann nicht mehr nachprüfen, ob du online bist. Deine Nachbarin hat kein größeres Auto als du, denn ihr habt beide keins mehr. Die Leute gehen wieder raus, treffen sich, schauen sich in die Augen und auf Konzerten musst du keine Angst mehr haben, nichts zu sehen, da niemand sein blödes Handy in die Luft hält. Die Lösung für ein besseres Leben?

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DIE VÖLLIGE ANGST (FREIHEIT)

Als die Flüchtlingsdebatte so richtig am Brennen war, fiel auf, dass nicht selten die Menschen am meisten Angst vor „denen da draußen“ hatten, die selbst einen Migrationshintergrund hatten. Von irgendwo also weggingen, um woanders mehr vom Kuchen haben zu dürfen. Sie hatten Angst, dass ihnen etwas weggenommen wird, für das sie ihr Leben lang gekämpft haben. Einen Kampf, den sie andere ungern führen sehen wollen. Sie wurden paranoid vor lauter Sorge, dass „die Neuen, die auch was vom Kuchen haben wollen“ zu viel vom Kuchen für sich beanspruchen wollen. Die Angst, dass es nicht mehr so komfortabel weitergehen wird, wie er oder sie es gewohnt war, nachdem sie oder er den Kampf gewonnen haben. Das macht Mensch unfrei und schlussendlich dumm und gewalttätig. Oder warum fürchten sich alle vor Greta?

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WORKSHOP / WORDEXPLOSION

Im Rahmen des SNJ-Empowerment-Programms haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meines Schreibworkshops über Monate hinweg ihre Gedanken, Ideen, Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste niedergeschrieben. Die Meisten unter ihnen wollen anonym bleiben, beziehungsweise ihre Texte nicht (oder nur zum Teil ) veröffentlichen. Um dennoch einen kleinen Einblick in unsere Arbeit zu ermöglichen, habe ich Ausschnitte, Sätze und kleine Geschichten von den jeweiligen TeilnehmerInnen als Audiodatei über -, unter -, nebeneinander gelegt, auf deutsch, französisch, englisch und luxemburgisch.

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SCHWULE KÄNGURUS / BYE FEIERKROP

Schauen Sie sich das Stück doch einfach mal an! Theater kann so schön sein. Vorsichtshalber haben wir zwei Tickets auf Ihren Namen reserviert. Ganz ohne Scherz. Sie werden sicherlich nicht zu einem schlechteren Menschen. Der Tiger und der Panther im besagten Stück sind wie Sie, lieber Fernand, unsicher und ängstlich. Und um sich zu schützen, verbreiten sie Vorurteile gegenüber Homosexuellen. Dann aber lernen sie Django kennen, welcher ein Känguru und ganz schön cool ist, super boxen kann (Kän- gurus können nämlich prima boxen) und tatsächlich auch noch… Spoiler-Alert… homosexuell (schwul, hihi) ist und trotz- dem… Spoiler-Alert 2… immer noch cool ist und den armen Panther oder Tiger auch nicht gleich anspringt. Wo Homos sich doch so wenig unter Kontrolle haben. Wegen der Triebe und so…

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Trust Revolt

ALLES UMSONST

Vergesst den Geschichtsunterricht. Vergesst die Werte, die man uns früher mit auf den Weg gegeben hat. Vergesst auch, dass wir aus Fehlern lernen müssen, dass Frieden, Toleranz und Gespräche auf Augenhöhe wichtig sind, um zusammen weiterzukommen, sich weiter zu entwickeln. Alles ist gratis. Alles darf gesagt werden, nichts hat Konsequenzen.