Schlagwort: COVID-19

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TAG8+9+10+11+12_LUNGE UND EINSCHÄTZUNG ALLES KAPUTT

Das Gespräch hat mich dann irgendwie doch beruhigt. Keinen Schritt weiter, aber immerhin kann ich noch sprechen. Kann so schlimm nicht sein. Besser als Intensivstation. Da will man der coolste Dude in town sein und dann holt es einen trotzdem ein … der Stress, die Panik, die Angst … Produktiv bin ich auch nicht. Das ist für mich keine wirklich kreative Zeit. Noch nicht. Ich versuche es, aber mir fehlen die Menschen, die es zum Anfassen gibt. Mit Haptik-Effekt. Die Muse ist doch da draußen. Dort, wo ich nicht hindarf. Aber sicher nicht hier zwischen meinen eigenen paar erbärmlichen heimischen Wänden. Und ich will nicht chinesisch lernen. Ich will keinen Online-Kochkurs belegen. Ich will ins Restaurant um die Ecke, mich auf einen Stuhl setzen, ein Bier und eine warme Suppe bestellen. Von einem Menschen bedient werden, dem ich dann Geld dafür geben darf und der daraufhin sein dankendes Lächeln wirklich ernst meint. Also arbeite ich einfach nur ab. Etwas zu langsam an bestehenden Projekten, antworte auf ein paar E-Mails, ja, klar, mach ich gerne mit, aber klar, in diesen Zeiten, alles ungewiss, vielleicht Dezember? Jaja, bis dann …

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Tag5+6+7_ALSO EY WIRKLICH WIE LANGE JETZT NOCH?

Die Sonne schien, ich war joggen, stand nackt auf der Dachterrasse rum (sorry, liebe Nachbarn, meine Art von Social Distancing), trank dabei Espresso, rauchte gegen Covid-19 an … Fast wie im Urlaub. Wie in so einem teuren Wellness-Hotel für 300 Euro die Nacht, wo man auch nicht raus will, weil jede Minute draußen, die sauteuren Wellness-Hotel-Preise nicht rechtfertigen würde. Folgerichtig wird jede schweineteure Minute drinnen verbracht. In der Sauna, im Schwimmbad, auf der Massageliege, beim Buffet, auf einer extra für den Rücken zugeschnittene Wasserbettmatratze, unter dem Infrarotlicht. Damit es sich richtig lohnt. Nur eben ohne Sauna und Schwimmbad und zahlreiche andere Annehmlichkeiten. Einfach nur Sonne und der oder das Virus irgendwo weiter weg. Unsichtbar, aggressiv, tödlich im schlimmsten Fall.

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TAG3+4_TEST ONE TWO ONE TWO: DIE SONNE SCHEINT IMMER NOCH

Umarmen sich einander, küssen gegen die Panikmache … Nur aufpassen, dass Corona euch nicht fickt. Corona akzeptiert kein Nein. Er will immer mehr. Immer weiter, schneller, noch mehr … Erinnert mich an einen Krebsfall in meiner Familie, als der Arzt erklärte, dass alles, was dieser scheiß Krebs will, wachsen ist. Um ihn zu stoppen, sind drastische Maßnahmen nötig. Offensichtlich. Und der Ausgang immer ungewiss. Bereits nach vier Tagen in Isolation flirte ich mit dem Gedanken, dass es bestimmt gleich vorbei ist, versuche den Ernst des Geschehens zu verdrängen. Schließlich ist bald Festivalsaison, schließlich ist die Pauschalreise (naja, die nicht wirklich) längst gebucht, schließlich ist doch Sommer und Sommer ist immer geil, weil Sommer eben. Und Sonne. Mit diesen rotfarbigen Getränken auf heruntergekommenen Holztischen. Mit Menschen, die einen anlachen, einfach so. Und nicht selten sind sie dabei knapp bekleidet, was einen doch immer wieder freut. Im Sommer. Innere Werte dürfen situationsbedingt auch mal überbewertet werden.

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TAG1+2_GEDANKEN IN SACHEN UNTERGANG DER WELT UND VIELLEICHT ABER AUCH NICHT

Hier sollte er stehen. Der wütende Text. Über die ganzen Wichser, die Klopapier und Dosenfraß horten und den wirklich kranken und schwachen Menschen nicht einmal eine Nudel übrig lassen. Ein wütender Text über den Zerfall der Gesellschaft. Auf wen kannst du dich verlassen, wenn es hart auf hart kommt? Richtig! Niemanden. Dieser Text war richtig wütend. Der Autor hat ihn gelöscht. Jetzt ist er weg, der Text, der Autor immer noch nicht, erfreut sich bis dato bester Gesundheit. Grund genug, keinen wütenden Text zu schreiben. Die Wut, der Ärger, die Dummheit, sie alle, mindestens sie drei, sie werden es nicht schaffen. Sie werden nicht überleben. Nicht, wenn wir überleben wollen. Nicht, wenn wir diese Krise durchstehen sollen. Wir haben keine Wahl und das ist gut. Hier wird also kein wütender Text stehen.