Schlagwort: Krebs

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DIE REDUKTION

Ich hörte, wie das durch Luft gepolsterte Bett das richtige Maß zwischen Fülle und Gemütlichkeit zu erreichen versuchte. Surrr. Surrr. Pffff. Pfff. Wie Atem, beständig, Rhythmus, Durchhaltevermögen. Mein Gegenüber hatte keins mehr. War das jetzt Frieden? War das die Suche nach Frieden? Draußen war es bereits dunkel, auch Nacht genannt. Ich schaute durch das große Fenster und lernte jedes Lichtlein persönlich kennen. Ich fragte mich, wie lange ich hier sitzen werde. Neben der Suche nach Frieden. Werden die Lichtlein ewig brennen? Nicht mehr als weitere sechs Stunden, wie sich herausstellen sollte. Irgendeine Tür knallt. Ich schaue nach, es war nicht der Tod. Glück gehabt. Dieser kündigt sich auch selten an, ist selten laut, aber er ist. Und Du erkennst ihn, wenn es so weit ist. 

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NUR DA SEIN

In der Lobby des entsprechenden Gebäudes angekommen, läuft er, wie auf Auto-Pilot eingestellt, zuerst zum dort zur Verfügung gestellten Desinfektionsstand, desinfiziert sich die Hände, vergisst die Zwischenräume der Finger nicht, geht zum Aufzug, geht hinein, drückt Nummer 2 und steigt im zweiten Stockwerk wieder aus, wo er sich gleich nochmal die Hände desinfiziert, da er doch die Aufzugknöpfe berührt hat. M. kennt den Weg zur zuständigen Station für seine geliebte W., er weiß immer genau wohin, nur ab und zu wechseln die Zimmer. Routine ist derweil die einzige Sicherheit. Ab heute ist es die Nummer 227, ein Spezialzimmer, wo W. für zwei Wochen untergebracht ist. Hier wird sie vor der Außenwelt geschützt. Jede Bakterie, jedes in der Luft schwebende Ding, weswegen W. auch die Fenster ihres Zimmers nicht öffnen darf, könnte für W. lebensbedrohlich sein, ihr Immunsystem ist sehr schwach. Ihr würde es sowieso an der nötigen Kraft fehlen, das Fenster zu öffnen.