Schlagwort: Zeit

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DER STURM GEHÖRT MIR

Ich bin stärker, als ich annahm. Schwächer, als ich mir je eingestehen würde. Ich bin Verzweiflung und Sturm zugleich. Ich weiß jetzt, was es heißt, ich zu sein. Dass ich nicht du sein kann. Eine Erklärung, die richtigen Worte, habe ich natürlich nicht. Und es heißt nicht, dass ich mit dem Scheißkerl im Reinen bin, heißt nicht, dass morgen alles besser wird, heißt ebenso nicht, dass ich jetzt auch ich bin, aber ich weiß, wer ich ist. Oft lachen wir zusammen. Oft lacht er mich aus. Meistens, wenn ich am dünnhäutigsten bin und die Tränen plötzlich hochschießen. Ich verliere ihn oft. Dann bin ich wieder ganz Kind, als hätte ich meine Eltern, im Supermarkt, aus den Augen verloren. Dann stehe ich da. Zwischen Bio-Gurken und fucking Sesam-Riegeln. Wenn wir uns dann wiederfinden, schauen wir zusammen Mr. Robot und freuen uns, wenn einer von beiden einen langsamen, hässlichen Tod sterben muss. Am Ende darf der Gewinner am lautesten lachen. Der Sturm gehört mir.

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DER GUTE MENSCH 2/3

Der Ton wird rauer. Das unausgesprochene Projekt Frieden scheint immer mehr in den Hintergrund zu rücken. Immer mehr im Vordergrund: Projekt Selbsterhaltung. Mensch ahnt, unbewusst oder nicht, dass alles, so, wie es derzeit ist, nicht wirklich lange noch funktionieren kann. Die Aggression steigt. Der Konsumwahn, die vielen Möglichkeiten, da kommt er sich selbst nicht mehr hinterher. Und auf der Suche nach dem Schuldigen wird der Fehler selten bei einem selbst erforscht und erst recht nicht gefunden.

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LETZTE KOLUMNE…

Form aufbrechen und inhaltlich aufrüsten, um einfach mal ein paar mächtige Verben zu benutzen. Aufbrechen. Aufrüsten. Es gibt viel zu tun, nicht nur für diese Kolumne und ich brauche einfach ein bisschen Ruhe und Pause von diesem wöchentlichen „Immer-Was-Zu-Schreiben-Und-Sagen-Haben-Müssen“. Ich will nicht immer präsent sein. Die KritikerInnen können aufatmen. Für einen Monat. Das Leben ist eine Party. Mal richtig gut. Mal richtig schlecht. Ich komme wieder.

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WAS WICHTIG IST

Vor Kurzem wurde ich wieder in einer Zeitung beleidigt. Dabei hatte der Artikel in der Sache nicht einmal was mit mir zu tun. 
Die Aufmerksamkeit wird demnach immer wieder auf mich gelenkt, ohne dass ich sie auf mich lenke. Der für den Artikel Verantwortliche scheint seinen Frust, nie ein echter Autor geworden zu sein, es als Luxemburger so dermaßen schwer zu haben und ein unausstehlich komplexierter Mensch zu sein, auf mich zu projizieren. Ist dem armen Kerl echt so langweilig?

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OUTTAKES III: KLEINES LAND

Hier, meine veröffentlichten Ideen, ein paar Worte, ein bisschen ich, ein bisschen du, ein bisschen Sex, ein bisschen Angst und natürlich, der Tod. Der Tod lebt. Die 150 Euro im Jahr, die gesponserten Posts, die Kritik-Wichser, die den Frust über ihre eigene Fantasielosigkeit auf mich projizieren, mein Selbstmitleid, mein Übermut, das alles kostet fucking Zeit, die ich nicht habe, mir aber dennoch nehme und das ist auch der Grund, Schatz, warum ich letzte Woche leider keine Zeit hatte. Nächste Woche wird alles besser. Noch vor dem nächsten grauen Haar, werden wir uns sehen und einen Kaffee trinken, vielleicht gut essen gehen, ein Selbstbild erzeugen, dann noch einen Absacker trinken und zwei Kippen schnorren. Sorge dich nicht: Einmal Newcomer, immer Newcomer.