EIGENTLICH SOLLTE ICH DAS JETZT SO ÜBERHAUPT NICHT

Mit mir an diesem Tresen sitzen zwei Männer, ja, nur Männer sitzen an diesem Tresen, ich weiß, ich bin auch für eine Quote. Einer der beiden Männer stinkt wahnsinnig. Nach Verwesung, nach faulen Eiern, nach abgestandenem Alkohol. Er nervt. Er ist so einer, der nervt, ihr wisst schon. Er redet über eine Kopie aus Luxemburg, dann Niederlanden, Homo-Ehe, dann die Juden irgendwas, 1890, dann höre ich 15. Dezember, ich höre Adolf, ich höre Nassau. Ich höre Bettel. Ich höre Juncker. Der Zusammenhang ist ja klar. Ist ja wirklich klar. Ich habe keine Ahnung, wovon sie reden. Ich denke „fickt euch“. Nein, fickt euch wirklich. Ich denke aber auch, dass ich eigentlich nichts gegen sie habe. Jetzt denkt ihr, ah, Spada und sein ficken. Nein, fickt euch wirklich.

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AUSHALTEN

G. sagte auch, dass man sich nicht einfach überrollen lassen kann. Dass man einen Wasserrohrbruch auch abdichten würde. Wasserrohrbruch. Den Vergleich nochmal vor Augen führen: Wasserrohrbruch und Menschen, wie Familie Kurdi, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien übers Wasser flüchteten und immer noch flüchten. Wasser als ständige Bedrohung. Abdichten, aushalten oder noch besser: eine Verschwörungstheorie drumrum stricken. Fakten leugnen. Sich nicht weichspülen lassen.

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UNERFÜLLTE LIEBE: NUR EIN ENTWURF

Google sucht. Nach 0,37 Sekunden schlägt die Suchmaschine ungefähr 116000 Ergebnisse vor. L. erfährt auf der Internetseite von FIT FOR FUN unter der Kategorie WISSEN alles, was er wissen muss. Der körperliche Längenwachstum soll also bei den meisten Menschen spätestens mit 19 Jahren abgeschlossen sein. Aha. Drei Jahre bleiben übrig. Höchste Zeit. Actions speak louder than words hat L. irgendwo mal gelesen und handelt sofort.

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ICH LÜGE IMMER

Ich weiß aber, was es heißt, verlassen zu werden. Dieses Gefühl kenne ich sehr gut, weil Menschen einen immer verlassen. Und ich immer Menschen verlassen werde, denn Menschen verlassen Menschen. Auf das Leben ist kein Verlass. Darauf ist Verlass. Diese Angst vorm Verlust Anderer und mir selbst, diese Angst ist der Antrieb für mein Schreiben. Da ich weiß, um was und wen es geht, wenn ich über mich, und mein nächstes Umfeld schreibe.

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IM TAXI STREITEN

Das Wunder Liebe lässt sich breit reden. Wunder Liebe lässt sich auch ganz fabelhaft als TV-Show produzieren. Leider oder nicht leider? ist keine Frage von Shakespeare und kein Werbeslogan eines Bestattungsunternehmens. Und den Kopf haben wir auch nur aus der Verpflichtung heraus das schweigsame Herz erklären zu müssen. Das Herz, es spricht nicht und lässt einen […]

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AUF DEN SPUREN VON…

Aber tatsächlich, eins ist sicherlich wahr. Ab 60 stellt es sich als bemerkenswert schwierig heraus, kopulierungsfreudige Frauen mal eben so in einer Bar in der wirklichen, analogen Welt anzutreffen. Es sei denn, man versucht sich in der Swinger-Szene, doch der letzte Besuch, vor etwa fünf Jahren, in einem derartigen Etablissement sollte sich zu einem Desaster entwickeln, als der swingende Ehepartner, mit dessen Frau Geir gerade zu Gange war, ungefragt durch seine Hintertür eindrang. Das war ein eindeutiger Fall von „Cockblocker“, den Geir in Zukunft unbedingt verhindern möchte.

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