Kategorie: TEXTE

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AUSHALTEN

G. sagte auch, dass man sich nicht einfach überrollen lassen kann. Dass man einen Wasserrohrbruch auch abdichten würde. Wasserrohrbruch. Den Vergleich nochmal vor Augen führen: Wasserrohrbruch und Menschen, wie Familie Kurdi, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien übers Wasser flüchteten und immer noch flüchten. Wasser als ständige Bedrohung. Abdichten, aushalten oder noch besser: eine Verschwörungstheorie drumrum stricken. Fakten leugnen. Sich nicht weichspülen lassen.

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UNERFÜLLTE LIEBE: NUR EIN ENTWURF

Google sucht. Nach 0,37 Sekunden schlägt die Suchmaschine ungefähr 116000 Ergebnisse vor. L. erfährt auf der Internetseite von FIT FOR FUN unter der Kategorie WISSEN alles, was er wissen muss. Der körperliche Längenwachstum soll also bei den meisten Menschen spätestens mit 19 Jahren abgeschlossen sein. Aha. Drei Jahre bleiben übrig. Höchste Zeit. Actions speak louder than words hat L. irgendwo mal gelesen und handelt sofort.

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ICH LÜGE IMMER

Ich weiß aber, was es heißt, verlassen zu werden. Dieses Gefühl kenne ich sehr gut, weil Menschen einen immer verlassen. Und ich immer Menschen verlassen werde, denn Menschen verlassen Menschen. Auf das Leben ist kein Verlass. Darauf ist Verlass. Diese Angst vorm Verlust Anderer und mir selbst, diese Angst ist der Antrieb für mein Schreiben. Da ich weiß, um was und wen es geht, wenn ich über mich, und mein nächstes Umfeld schreibe.

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AUF DEN SPUREN VON…

Aber tatsächlich, eins ist sicherlich wahr. Ab 60 stellt es sich als bemerkenswert schwierig heraus, kopulierungsfreudige Frauen mal eben so in einer Bar in der wirklichen, analogen Welt anzutreffen. Es sei denn, man versucht sich in der Swinger-Szene, doch der letzte Besuch, vor etwa fünf Jahren, in einem derartigen Etablissement sollte sich zu einem Desaster entwickeln, als der swingende Ehepartner, mit dessen Frau Geir gerade zu Gange war, ungefragt durch seine Hintertür eindrang. Das war ein eindeutiger Fall von „Cockblocker“, den Geir in Zukunft unbedingt verhindern möchte.

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Kafka

KAFKA IM KRIEG

Vielleicht ist es auch meine Haarfarbe, mein schwarzes, gepflegtes Haar, mein über die ganze untere Gesichtshälfte gleichmäßig verteilter Drei-Tage-Bart. Oder sind es meine fehlenden Sommersprossen? Das ist mir gleich aufgefallen, als die beiden Herren meine Wohnung betraten. Ich habe viel bessere Haut, viel besseres Haar. Mein gesamter Kopf – und Gesichtsbereich ist viel besser ausgestattet und gepflegt.